Banken spenden 50 000 Euro für SozialesRP vom 28.01.2011 |

|
VON SONJA SCHMITZ Keine Frage, Düsseldorf ist eine wohlhabende Stadt. Wenn es um Lebensqualität und Wohlstand geht, dann rangiert die Landeshauptstadt in Städtevergleichen meist in der Spitzengruppe. Doch ermittelt werden dann nur Durchschnittswerte. Dabei leben auch in Düsseldorf Menschen in Armut. „70 000 Mitbürger beziehen Hartz IV, ein Viertel davon Kinder“, sagt Andreas Schmitz, Sprecher des Vorstands von HSBC Trinkaus. Als Präsident der Düsseldorfer Bankenvereinigung hatte er gestern Vertreter von 13 wohltätigen Organisationen zum Austausch und gegenseitigen Kennenlernen eingeladen, die von den 26 angehörigen Banken Spenden in Höhe von insgesamt 50 000 Euro erhalten hatten. Drillingswagen finanzieren„Ohne den tatkräftigen Einsatz zahlreicher Bürger stünden viele Menschen in unserer Stadt alleine da. Doch genauso wichtig wie ehrenamtliches Engagement sind für die Organisationen auch die notwendigen finanziellen Mittel, zu denen wir als Banken einen Beitrag leisten möchten“, sagte Schmitz und dankte den Helfern für ihren Einsatz. Diese stellten gestern ihre Arbeit und die Verwendung der Spenden vor: Mit den Mitteln erhalten Bedürftige nicht nur Mahlzeiten und Lebensmittel. Sie erhalten auch praktische Hilfen im Alltag.Bettina Junke vom Verein „Hilfe im Schwangerschaftskonflikt“ berichtete, in welchen problematischen Situationen die Helfer eingreifen. Zum Beispiel, wenn in vier- bis fünfköpfigen Familien, die von tausend Euro im Monat leben, sich Drillinge ankündigen. „Ein Drillingswagen ist sehr teuer, tausend Euro sind da gar nichts“, erklärt Bettina Junke. Mit Spendengeldern ließen sich solche Notlagen überbrücken. Mit dem Projekt „Tornister für Tom“ der Diakonie erhalten bedürftige Familien einen Gutschein über 210 Euro, mit dem sie die Ausrüstung für den Schulstart finanzieren können. Im vorigen Jahr hat die Diakonie an einer Förderschule und drei Grundschulen 35 Schulstarterprojekte finanziert. Viele der ehrenamtlichen oder hauptberuflichen Helfer unterstrichen, wie wichtig es für die betroffenen Menschen ist, neben materieller auch persönliche Zuwendung zu erhalten. „Armut macht einsam“, sagt Walter Scheffler vom Restaurant Grenzenlos. Durch kulturelle Angebote wie Ausstellungseröffnungen im Restaurant würden sich die Menschen gegenseitig kennenlernen. „Wir haben auch Erfolge“, berichtete Marion Gather, die seit 17 Jahren für die Altstadt Armenküche arbeitet. „Wenn man in der Stadt plötzlich Menschen trifft, die wieder Fuß gefasst haben, ist das wunderbar.“ |