Ein Orden für die Altstadt
150 Jahre Dominikaner in Düsseldorf: Darauf wird mit einem trockenen Spätburgunder aus der Pfalz angestoßen
Inge Hufschlag
Altstadt. Im Anschluss an die Feier zur Osternacht sollen im Andreassaal die Korken knallen: zur Premiere des Dominikaner Dröppke, ein trockener Spätburgunder von der Pfalz, Blanche Noir 2009. „Schwarz und weiß, das sind ja auch die Farben unseres Ordens“, lächelt verschmitzt Pater Antonin Walter, der den Wein, auch noch einen roten, einen Dornfelder, ausgesucht hat zum Jubiläumsjahr: Seit 150 Jahren gehören die Dominikaner zum Düsseldorfer Stadtbild.
Am 25. Oktober 1858 bekam der Dominikaner Bruder Ceslaus Gral von Rabiano einen Brief von seiner Schwester Antonia, in dem sie schrieb: „Der Herr Bischof Laurent rät euch sehr positiv, an eine Niederlassung in dem an geistlich-sittlichen Elend sehr reichen, an geistlicher Hilfe aber sehr armen Düsseldorf zu denken.“ Warum besagter Bischof seine Söhne des heiligen Dominikus an den Rhein senden wollte: Für die zu dieser Zeit gerade mal 30 000 katholischen Seelen gab es nur drei Pfarreien und ein kleines Kloster. Zwar fand Bischof Laurent die Düsseldorfer „sehr rege und geistig aufgeweckt“, aber: „Aus dem gleichen Grund ist es auch leicht, das Volk zu verführen.“ Sein bischöfliches Fazit: „Es gibt also so etwas wie ein braches Land, an dem sich der Eifer eines tätigen Ordens bewähren könnte“.
Diplomatische Schachzüge
Auch die Düsseldorfer Pfarrer befürworteten die Gründung. Unterstützt wurden sie von mehr als hundert Bürgern, die eine entsprechende Bittschrift an den Kölner Erzbischof, Kardinal von Geissel, sandten. Ehe dieser jedoch entsprochen werden konnte, bedurfte es noch einiger diplomatischer Schachzüge. In Preußen, wozu Düsseldorf gehörte, durften Ordensgemeinschaften nämlich kein Eigentum an Grund und Boden erwerben. Hier half Graf von Spee vom Schloss in Heltorf mit einem pfiffigen Vertrag, nachdem das für Kloster und Kirche betimmte Grundstück so lange Eigentum der Erzdiözese Köln blieb, wie es die Dominikaner nutzten. So kam es im Jahre 1860 zur so dringend empfohlenen Gründung des Dominikanerklosters und dem Bau der Kirche St. Joseph in der Herzogstraße.
Seit 1972 leben und wirken die Brüder in St. Andreas im Herzen der Altstadt, in deren kurfürstlichem Mausoleum unter anderem auch Kurfürst Jan Wellem seine letzte Ruhestätte hat. Die „Offene Kirche der DominikanerHeitorf mit einem pfiffigen Vertrag, nachdem das für Kloster und Kirche h«timmte Grundstück so lange Eigentum der Erzdiözese Köln blieb, wie es die Dominikaner nutzten. So kam es im Jahre 1860 zur so dringend empfohlenen Gründung des Dominikanerklosters und dem Bau der Kirche St. Joseph in der Herzogstraße.
Seit 1972 leben und wirken die Brüder in St. Andreas im Herzen der Altstadt, in deren kurfürstlichem Mausoleum unter anderem auch Kurfürst Jan Weilern seine letzte Ruhestätte hat. Die „Offene Kirche der Dominikaner“, der Name ist Programm für die Brüder. Deshalb ist es auch eigentlich kein Kloster (lateinisch claustrum, Verschluss), sondern ein Konvent. Elf Brüder leben zur Zeit im Konvent. Schon am frühen Morgen begegnet man ihnen auf dem Vorplatz von St. Andreas, einem der sozialen Brennpunkte der Stadt.
Niemand wird hier vertrieben
Dessen nicht nur bauliche Ümgestallung lange geplant ist und bisher immer noch nicht zufriedenstellend verwirklicht. Doch (noch) wird hier niemand von der Kirchentreppe vertrieben, dafür sorgen die Brüder. Auch für ein warmes Essen. Pater Wolfgang Sieffert ist nicht nur Vorsitzender der Altstadt-Armenküche, sondern auch Gefängnisseelsorger, was ihm als mehrfach ausgezeichneter Ringer in mehrere Richtungen Respekt verschafft.
Leichte Alkoholprobleme gab es auch schon kurz nach der Gründung 1867. Da beklagte der damalige Generalmeister des Ordens die Trinkfreudigkeit der Brüder innerhalb, aber auch außerhalb des Konvents. Der heutige Prior Manuel Merten sieht das nicht mehr ganz so streng. Hat nicht Jesus ein Zeichen gesetzt, indem er Wasser in Wein verwandelte, erinnerte er während der Vesper zum Jubiläumsjahres. Darauf ein Dominikaner-Dröppke!
DAS JUBILAUMSPROGRAMM
Ausstellung und hoher Besuch
Das Jubiläumsjahr in St Andreas: Samstag, 3. April: Feier der Osternacht. Anschließend Zusammenkunft im Andreassaal. Ostersonntag, 4. April: Heilige Messen um 8.30, 11, und 18 Uhr, 19.15 Uhr Feierliche Ostervesper.
Ostermontag, 5. April: Heilige Messen um 8.30, 1l und 18 Uhr. 26. August 2010: Eröffnung der Ausstellung „Die Geschichte der Dominikaner in Düsseldorf“. Die eigentliche Festwoche zum Jubiläum wird zwischen dem 2. und 5. September 2010 gefeiert, unter anderem mit einem Festhochamt mit Joachim Kardinal Meissner, einem Straßenfest und der Namensverleihung für den Platz zwischen der Kirche und dem Kloster.
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