Halali mit Gedanken zu Freiheit und Verantwortung

Das Tor von Dezember 2009


 

 

Parforcehorn-Bläser und Pater Antonin am Hubertustag: Jagdsignale und Heiligenlegende

Halali mit Gedanken zu Freiheit und Verantwortung

Vom heiligen Hubertus, Schutzpatron der Jäger, sind nur spärliche Lebensdaten überliefert. Um so bekannter ist das Markenzeichen eines Likörherstellers, das auf die Heiligenlegende verweist: der Hirschkopf mit einem strahlenden Kreuz über der Stirn. Am Hubertustag, 3. November, bekamen die Düsseldorfer Jonges einen sowohl unterhaltsamen wie auch besinnlichen Abend beschert - mit Hörnerschall und Predigt. Die Jagdhornbläser des Düsseldorfer Parforcehorn-Corps unter Leitung von Gregor Keweloh ließen die verschiedenen Signale erklingen, die zum Jägerbrauchtum gehören. Und Pater Antonin Walter OP von den Dominikanern an der Andreaskirche deutete die Hubertus-Legende.
Parforce ist französisch und bedeutet „mit Gewalt“, doch die Verfolgung des Wildes zu Pferde und mit einer Hundemeute ist hierzulande aus Tierschutzgründen längst abgeschafft. Heute ist es Brauchtumspflege und eine Art Reitsport. Bei der sogenannten Schleppjagd folgen die Hunde und nach ihnen die Reiter einer künstlich gelegten Geruchsspur. Die Tradition hat verschiedene Ursprünge, erklärte Keweloh: Englisch ist der wilde Ritt durchs Gelände, französisch sind die Zeremonien und Kleidung, deutsch ist die Ehrung, die Überreichung des Bruches - eines Zweiges - an den Sieger.
Hörnerschall in verschiedenen Melodien ruft zum Aufsitzen und startet die Jagd, begleitet das ganze Geschehen bis hin zum Halali, was „da liegt er“ heißt, und ruft auch zum Schüsseltreiben, worunter die Jäger das Essen verstehen.

Die Botschaft der Legende

Nun zur Hubertuslegende, gedeutet von Pater Antonin. Eine Legende habe übrigens stets den Sinn, die Geschichte in Geschichten zu veranschaulichen und moralische Anweisungen für die Gegenwart zu geben, Um 655 in Toulouse geboren, hat der Pfalzgraf und begeisterte Jäger Hubertus mit dem Tod seiner schönen Frau, die bei der Geburt des ersten Kindes starb, einen schlimmen Schicksalsschlag hinnehmen müssen. Er flüchtete sich in Vergnügungen und wollte ausgerechnet an Karfreitag einen Hirsch erlegen. Als dieser mit dem leuchtenden Kreuz erschien, wurde Hubertus bekehrt. Er wirkte dann als Bischof von Maastricht und später Lüttich. Übrigens, 1796 soll ein Augustinerchorherr auf der Durchreise in Schloss Heltorf einen Sarkophag mit den Gebeinen abgestellt haben, aber eine Untersuchung von 1910 konnte die Echtheit nicht bestätigen.
Die moralische Botschaft der Legende vom Verzicht auf den sicheren Schuss besagt laut Pater Antonin: „Wo Freiheit nicht in Verantwortung gebraucht wird, ist der Ungeist am Werk. Freiheit ist immer an Wahrheit und das Gute gebunden. Wer rücksichtslos ist, der ist nicht frei.“ Dies gelte auch für Politik und Presse. „Vielleicht benötigten die USA neben der Freiheitsstatue auch eine Statue der Verantwortung.“
Zum Dank überreichte Vizebaas Hagen D. Schulte dem Redner eine Flasche des berühmten Likörs.     sch-r

 

Fotos oben: Das Düsseldorfer Parforcehorn-Corps
Foto links: Pater Antonin am waidmännisch geschmückten Pult.
Fotos (2) sch-r