Ein richtiger Platz für die Kirche
Im Auftrag von Bürgervereinen schuf ein Architekt attraktive Entwürfe für die bisherige Schmuddelecke vor St. Andreas
Jo Achim Geschke
Altstadt. Hinter der ehrwürdigen, 1629 geweihten Andreaskirche liegt das Mausoleum Jan Wellems. Aber vor dem geschichtsträchtigen Sakralbau aus dem beginnenden Barock macht das Altstadtpublikum seit Jahren Probleme. So mussten wegen der „Wildpinkler“ schräge Metallwände die Fassade schützen (die NRZ berichtete mehrfach). Der neue Entwurf eines Architekten, angeregt von Bürgervereinen, zeigt nun, wie der Raum vor der Andreaskirche zu einem echten Platz gestaltet werden kann.
Das Ganze schöner gestalten
Angeregt wurde die Planung von der Arbeitsgemeinschaft Düsseldorfer Heimatvereine und den „Alde Düsseldorfer“. „Die Altstadt wird wegen der Kanäle doch ohnehin aufgerissen. Da kann man das ganze dort, mit einer neuen Beleuchtung, gleich auch schöner gestalten“, begründet Alde-Baas Heinrich Spohr den Auftrag der Vereine an den jungen Architekten Sebastian Fürst.
„Unsere Idee war“, so Fürst (34), „den Raum so zu umfassen, dass die Kirche wieder auf einem richtigen Platz steht.“ Im Entwurf wird der Boden aus einheitlichen Platten durch farbige Streifen strukturiert. Dazu kommen entlang der Kirche und der Seite des „Kom(m)ödchen“ Lichtstreifen mit LED-Leuchten.
Eine Schräge schreckt Leute ab
Gegenüber vom Eingang, dem „Konvent“ der Kirche, so Fürst, hat er eine Schräge vorgesehen. „Dort gibt es jetzt nur eine Treppe und einen Lift für Behinderte. Durch die Schräge wird der Eingang behindertengerecht. Und auf einer Schräge steht niemand gerne herum, auch nicht in der Altstadt. Da dort außerdem kleine Kanten eingebaut sind, werden auch Skater abgeschreckt“, erläutert Fürst, warum diese Platzgestaltung Publikum fernhält, das dort
nicht gern gesehen ist. Ergänzt wird das durch Mastleuchten, die die Kirche und den Platz anstrahlen, und drei neue Bäume.
Der Entwurf, den die Dominikaner ebenso begrüßten wie die „Alde“, liegt jetzt beim Oberbürgermeister. Der Plan muss in der Verwaltung abgestimmt und dann in den politischen Gremien diskutiert werden.
Eine weitere Idee von „Fürst Architects“ ist für die gesamte Altstadt gedacht: Vor der Andreaskirche werden Platten oder Stelen als „Stadtführer“ eingebaut. Mit Texten zur Geschichte von Bauwerken oder Straßen versehen, könnten sie „mit einem Band aus Edelstahl oder aus farbiger Pflasterung Touristen informativ durch die ganze Altstadt leiten.“
Bürgervereine und der Architekt haben die Hoffung, dass dadurch die Altstadt wieder etwas seriöser wird.
Foto oben: Vor der Andreaskirche bleiben selbst Touristen nicht lange stehen - obwohl sich der Blick auf den Barockbau lohnen würde. Nicht aber auf diese Ecke. Doch Architekt Sebastian Fürst hat Ideen für eine schönere Platzgestaltung entwickelt (siehe Grafik). Foto: Sergej Lepke

So könnte der Blick vom Kom(m)ödchen aus bald auf den neuen Platz gehen.
Grafik: Fürst Architects
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