Platz an der Andreaskirche - ein neuer Platz für die Altstadt

Jan Wellem Heft 4/2009


 

 

Platz an der Andreaskirche - ein neuer Platz für die Altstadt

Jeder kennt ihn, doch keiner nimmt ihn wahr. Eingefasst von Mutter-Ey-, Hunsrücken- und der Andreasstraße liegt ein kleiner unscheinbarer Platz vor dem Hauptportal der Andreaskirche. Diesem Platz hat sich die AGD angenommen und den Landschaftsarchitekten Sebastian Fürst mit einer Konzeptstudie beauftragt. Während der Bearbeitung durch FÜRST ARCHITECTS wurde in engem Kontakt zu den Dominikanern eine Planung erstellt, die der Start einer bevorstehenden Neugestaltung der Altstadt sein könnte.
Die Planung stellt die Kirche auf einen einheitlichen, ruhig gestalteten und durch Lichtbänder gefassten Platz, der dem herausragenden Gebäude einen angemessenen Sockel bietet. Für den Bodenbelag des Platzes ist ein einheitliches Material in farblich abgestuften Bändern geplant, welches die Fläche ruhig aber nicht monoton wirken lässt. LED-Lichtbänder fassen die Kanten ein und betonen den Raum.
Der direkte Vorplatz des Konvents wird durch eine Gestaltung aus leichten Schrägen so angepasst, dass der innenliegende Saal barrierefrei erreicht werden kann. Gleiches wird auch durch eine Rampe an der Kirche gewährleistet, so dass in Zukunft die Gottesdienste mit Rollstühlen erreichbar sein werden.

 

 

In dem neuen Lichtkonzept ist vorgesehen, den Straßenraum sowie die Kirche durch Mastleuchten zu akzentuieren. Diese Art der Beleuchtung ermöglicht es ebenfalls, die vorhandenen Bodenstrahler, die vorbeigehende Passanten blenden, zu ersetzen. Geplant ist ein neues vandalensicheres Stadtmobiliar aufzustellen. Massive Kuben dienen sowohl als Sitzelement wie als Abfallbehälter. Hierdurch kann Passanten eine Ruhemöglichkeit geboten und der Stadtraum sauberer gehalten werden.

 

Ein weiterer Gestaltungsgedanke, der beginnend mit der Umgestaltung des Platzes für die gesamte Altstadt gelten könnte, ist die Errichtung eines „Leitfadens“. Dieser Leitfaden soll ein im Boden vorhandenes Band sein, welches als „Stadtführer“ zu markanten, kulturellen und stadtgeschichtlichen Punkten führt. An diesen Punkten soll dem Besucher der Stadt in kurzen Worten die Geschichte und das Besondere der Örtlichkeit vermittelt werden. Eine Neugestaltung des Platzes verleiht dem Areal ein eigenständiges und qualitätvolles Gesicht und kann den Gesamteindruck nachhaltig verbessern.

 

 

 

 

 

 

 

 

       

Text: Sebastian Fürst
Fotos: Fürst Architects