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TOTAL LOKAL
Kostprobe der Glocken
Der kundige Katholik zweifelte gestern an seinem Glauben an die unumstößlichen Rituale von Mutter Kirche. Da brauste zu einer völlig krummen Vormittagszeit plötzlich das Geläut der Andreaskirche in der Altstadt auf, als ob ein Feiertag wäre. Aber trotz eingehender Erforschung des Gewissens - ein Kirchenfest war dem Katholiken nicht präsent. Dem Zweifel folgte Erstaunen, als dann das Geläut abbrach und nur das Arme-Sünder-Glöcklein bimmelte, gefolgt von der normalen Sonntags-Konstellation der Glocken.
Da die Andreaskirche eine offene Kirche ist und Patres immer anzusprechen sind, gab ein Mönch auch offen Auskunft über das schräge Geläut. Es war ein Probelauf für die Investoren, die direkt neben dem Gotteshaus im Stadthaus ein Hotel einrichten wollen. Sie müssen wissen, was auf ihre Gäste zukommt.
Und die Konsequenz? Müssen die Fenster besonders schalldicht sein? Oder werden Reisende später nur über die Rituale aufgeklärt? Die Fragen bleiben offen, nur an eines glaubt der Katholik jetzt: Die Tourismusbranche weiß, wo in Düsseldorf die Glocken hängen. - bro
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