Stadt leitet StreetworkWZ vom 05.05.2008 |

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Aus: WZ vom 23.10.2008Von Anika Lukei
NRZ vom 23.10.2008Die Armen - zu teuer für die StadtSOZIALES. Initiativkreis fordert erneut ein ermäßigtes Ticket für Arbeitslose. Aber CDU/FDP bleiben bei ihrer Ablehnung. Jo Achim Geschke
Billiger für die eigenen Angestellten
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Von FRANK NEUSSER
Düsseldorf - Reiches Düsseldorf. Eine Stadt mit Schicki-micki, teuren Autos und der prachtvollen Kö. Aber es gibt auch die andere Seite, das arme Düsseldorf, in dem Menschen an der Armutsgrenze leben und ohne Hilfe nicht über die Runden kommen. Um überhaupt täglich eine warme Mahlzeit zu bekommen, gehen sie in der Armenküche essen. Und es werden immer mehr.
Einer, der täglich in der Altstadt-Armenküche am Burgplatz für 50 Cent isst, ist Volker. Der 60-Jährige steht bereits seit 16 Jahren fast jeden Tag an. „Ich bin früher zur See gefahren, war danach beim Bund und bin dort zum Alkoholiker geworden“, berichtet er aus seinem Leben. „Dadurch geriet ich auf die schiefe Bahn, landete im Knast und habe keine Arbeitsstelle mehr gefunden. Jetzt muss ich jeden Monat mit 351 Euro auskommen. Zu wenig zum Leben, deshalb ist für mich die Armenküche ein Geschenk Gottes.“
Auch Bernhard (43) kommt regelmäßig. Der ehemalige Lackierer atmete während seiner Arbeitszeit zu viele giftige Dämpfe ein und wurde berufsunfähig. „Von meinem Arbeitgeber habe ich damals 2.800 Mark als Abfindung bekommen und erhalte nun eine Frührente. Aber bei den Mieten und den gestiegenen Lebensmittel- und Energiekosten reichen 708 Euro nicht.“
Keine Einzelfälle, wie Marion Gather weiß. „Viele, die zu uns kommen, sind in einer ausweglosen Situation und leben am Existenzminimum“, sagt die Sozialarbeiterin, die sich mit ein paar ehrenamtlichen Helfern um die Armen kümmert. „Aber mehr als 120 Essen können wir nicht ausgeben, unsere Töpfe sind nicht größer.“
Aber nicht nur die Armenküche verzeichnet einen riesigen Ansturm. Auch die Diakonie muss immer mehr Menschen helfen. „Es gibt eine große Zunahme der Armut, die Tendenz ist weiter steigend“, sagt Christian Arnold von der Wohnungslosenhilfe Düsseldorf, die mittags in drei Einrichtungen in Düsseldorf 200 Essen ausgibt. „Wir haben auch eine starke Zunahme bei der Lebensmittelausgabe. Besonders Rentner rutschen immer mehr ab, ihr Geld reicht nicht mehr zum Leben aus.“
Das hat auch Pater Wolfgang vom Dominikanischen Kloster festgestellt. „Das klassische Klientel ist nicht mehr da. Es kommen Rentner und Sozialhilfeempfänger. Viele müssen jeden Tag ums Überleben kämpfen.“