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Düsseldorfer Prior neuer Provinzial der Dominikaner
HAMBURG/DÜSSELDORF.
Das in Hamburg tagende Provinzkapitel der Dominikaner-Provinz Teutonia hat Pater Johannes Bunnenberg, seit 2003 Prior des Düsseldorfer Dominikanerklosters, für vier Jahre zum Provinzial des Predigerordens gewählt. Er wurde damit Nachfolger von Pater Hans-Albert Gunk, der nach zwei Amtsperioden laut Ordensstatuten nicht wiedergewählt werden konnte. In einer feierlichen Vesper wurde Pater Johannes in sein Amt als Leiter der Dominikaner-Provinz mit ihren rund 140 Ordensbrüdern eingeführt. Die Teutonia umfasst ganz Deutschland mit Ausnahme von Bayern und Baden-Württemberg, die gemeinsam mit Österreich eine eigene Provinz bilden.
Johannes Bunnenberg, Doktor der Theologie, Rektor der Kirche St. Andreas in der Düsseldorfer Altstadt und Pfarrvikar an der Düsseldorfer Hauptkirche, der Basilika St. Lambertus, freut sich über die Wahl, auch wenn sie einen sofortigen Amtsantritt und damit den Abschied aus Düsseldorf bedeutet. Für eine Weile will der Provinzial allerdings noch in der Landeshauptstadt wohnen bleiben, bevor er ganz nach Köln ins dortige Provinzialat umzieht. „Ich würde auch gerne den schon seit mehreren Jahren von mir geleiteten Bibelkreis in Düsseldorf weiterführen“, sagt Pater Johannes.
Bunnenberg wurde 1957 in Hildesheim geboren. Nach der Profess 1977 wurde er 1983 zum Priester geweiht. Zu den ersten Aufgaben des Provinzials gehört es, bis Anfang Juni zu den vom Provinzkapitel eingebrachten Anträgen gemeinsam mit vier ebenfalls gewählten Definitoren Beschlüsse zu fassen und damit die Richtung der Provinz vorzugeben. RM
Kölner Kirchenzeitung vom 2.5.2008
Kenner beider Welten
Pater Johannes Humbertus Zabel Hausoberer in der Vakanz
ALTSTADT. Die Wahl von Pater Johannes Bunnenberg, bisher Prior des Dominikanerklosters, zum Provinzial der Dominikaner-Provinz Teutonia (siehe auch Seite 7) bringt Veränderungen mit sich: In der Vakanz bis zu einer Neuwahl hat der bisherige Subprior, also Stellvertreter des Priors, Pater Johannes Humbertus Zabel, die Aufgaben des Hausoberen übernommen.
Der 1958 geborene, im Kreis Recklinghausen aufgewachsene Pater Johannes ist Diplom-Volkswirt. Nach einer ersten Karriere in Bonn, unter anderem als Mitarbeiter von Bundestag und CDU-Bundesgeschäftsstelle, trat er 1997 in Worms in den Dominikaner-Orden ein. Studien im In- und Ausland, unter anderem war Zabel im US-amerikanischen Berkeley, folgte
2006 die Weihe zum Diakon, 2007 die Priesterweihe (die Kirchenzeitung berichtete). Pater Johannes Zabel bezeichnet sich als „leidenschaftlichen Gegner der deutschen Trennung und der Berliner Mauer, für mich sind mit dem Fall der Mauer und mit der Wiedervereinigung politische Lebensziele in Erfüllung gegangen“.
Mit dem Eintritt in den Orden und dem Theologiestudium folgte der Spätberufene der Sehnsucht nach spirituellen Zielen. Als Mitglied im Vorstand des Bundes Katholischer Unternehmer Düsseldorf, Vorsitzender der Fachgruppe Wirtschaftsethik im Bundesverband der deutschen Volks- und Betriebswirte und seit kurzem als Geistlicher Beirat des Verbundes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) Düsseldorf verbindet er die beiden Welten.
Die Übernahme der Aufgaben des Hausoberen mit Verantwortung für zehn Mitbrüder fällt zeitlich fast zusammen mit seinem beruflichen Engagement für das ASG-Bildungsforum. „Das ist eine Herausforderung, allerdings auch eine leicht angespannte Lage“, schmunzelt Johannes Zabel. Aber eine mit einem festen zeitlichen Rahmen: Nach dem formalen Abschluss des Provinzkapitels, voraussichtlich Anfang Juni, wird er die Wahl eines neuen Priors für das Kloster einleiten. RM
Bildzeile: Pater Johannes Humbertus Zabel OP hat in der Vakanzzeit die Aufgaben des Hausoberen. (Foto: RM)
Deutsche Tagespost vom 6.5.2008
Junger Pater leitet Dominikanerprovinz
Klausurwoche der Dominikaner in Hamburg – Prior Johannes Bunnenberg gewählt
Von Hinrich E. Bues
Hamburg (DT) Man schrieb das Jahr 1480, als das Provinzkapitel „Saxonia“ der Dominikaner das letzte Mal in der Hansestadt Hamburg tagte. In Sichtweite der St. Petri-Kirche, einem gotischen Hallenbau aus dem vierzehnten Jahrhundert, lebten die Franziskaner und Dominikaner in ihren Klöstern mitten im Zentrum der Stadt. Doch es sollte 528 Jahre dauern, ehe wieder ein Provinzkapitel der Dominikaner in der Hansestadt tagte.
1236, also 20 Jahre nach der Gründung des Ordens durch den heiligen Dominikus (1170–1221), kamen die ersten Dominikaner nach Hamburg. Dort gründeten sie drei Jahre später 1239 ihren ersten Konvent. 290 Jahre danach wurden sie 1529 durch die Reformation aus Hamburg vertrieben und enteignet. Sie kehrten erst nach über 400 Jahren im Jahr 1962 nach Hamburg zurück und übernahmen die Pfarrseelsorge von St. Sophien in Hamburg-Barmbek. Das Kloster wurde 1966 eingeweiht.
Heute gehen in Hamburg an einem Sonntag doppelt so viele Menschen in eine katholische Kirche wie in allen evangelischen Konfessionen zusammen. Über 20 katholischen Schulen stehen nur eine Handvoll evangelische Schulen gegenüber. Ein Zeichen für diesen Wandel ist auch das Provinzkapitel der Dominikaner, das kürzlich im St. Ansgarhaus am Mariendom, dem Sitz des Hamburger Erzbischofs, tagte. Die heutige Provinz „Teutonia“ umfasst neun Niederlassungen aus dem westlichen und nördlichen Deutschland sowie aus Bolivien mit insgesamt 150 Brüdern.
Zum Kapitel, dem höchsten beschlussfähigen Organ eines Ordensbezirks, kamen Mitte April 25 stimmberechtigte Brüder zusammen, um die grundlegenden Sach- und Personalfragen zu klären. Höhepunkt dieser Klausurwoche war die Wahl des Provinzials, der die Dominikanerprovinz die nächsten vier Jahre leiten soll. Die Wahl fiel auf Johannes Bunnenberg (50), dem bisherigen Prior der Düsseldorfer Niederlassung an der St. Andreaskirche. Ein vergleichsweise junger Bruder, Priester und Theologe, der die Geschicke des Ordens führen soll.
Für Johannes Bunnenberg schloss sich in Hamburg-Barmbek ein Kreis. Hier begann er im Jahr 1982 seine kirchliche Laufbahn. Von November 1982 bis zu seiner Priesterweihe im April 1983 wirkte er als Diakon. Wegen der Namensgleichheit des Vornamens Johannes zwischen Pfarrer und Diakon wurde er „Little Joe“ genannt, was sich allerdings nur auf das jüngere Alter beziehen sollte. So sammelte der junge Ordensbruder Erfahrungen bei Krankenbesuchen, Taufgesprächen, Hausbesuchen und in der Vorbereitung auf die Erstkommunion in diesem hauptsächlich von Arbeitern bewohnten Stadtteil. Im Barmbek ist diese nur fünfmonatige Zeit in guter Erinnerung geblieben. Nach seinen Aufgaben als Provinzial befragt, verwies Bunnenberg zunächst auf Reisen, Gremienarbeit und Besuche. Die den demokratischen Umgang hervorhebenden Dominikaner verlangen ihren Provinzialen ein hohes Maß an Kommunikationsbereitschaft ab. So werden die 120 Brüder in Deutschland und die 30 Fratres in Bolivien den neuen Provinzial in vielfältiger Weise herausfordern. Zu seinen Aufgaben zählt auch der Kontakt zu Bischöfen, Nachbarprovinzen oder die Präsentation der Dominikaner auf dem im Mai kommenden Katholikentag in Osnabrück.
Für den traditionell in Städten wirkenden „Predigerorden“ ergeben sich heute neue Herausforderungen. Nicht nur die Nachwuchsfrage wird den neuen Provinzial, der auch als Novizenmeister in Worms tätig war, beschäftigen. Durch seine Tätigkeit in der offenen City-Pastoral an der St. Andreaskirche in Düsseldorf hat Bunnenberg hier vielfältige Erfahrungen in der missionarischen Arbeit sammeln können, die für die Zielrichtung des Ordens wichtig werden könnten. Bei einem Besuch in Köln beteten die Dominikaner und ihr neu gewählter Provinzial kürzlich am Grab des heiligen Albert des Großen in St. Andreas.
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