Jan-Wellem-Feier: Haus Wittelsbach gratulierteWZ 21.4.2008 und Kirchenzeitung vom 25.4.2008 |

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Bildzeile: Herzog Franz von Bayern, Erzbischof Kardinal Meisner und Oberbürgermeister Joachim Erwin (v.l.) vor der Büste Jan Wellems.
Jan-Wellem-Feier: Haus Wittelsbach gratulierte350. GEBURTSTAG Neben Kardinal Meisner kam auch ein Nachfahr des Kurfürsten aus Bayern. Von Angela Everts Dem Kurfürsten Johann Wilhelm dürften die Feier seines 350. Geburtstages am Samstag gefallen haben. Eine Festmesse in der Hofkirche St. Andreas, zelebriert vom Kölner Erzbischof Kardinal Meisner. Die Eröffnung einer kleinen, aber feinen Ausstellung, ein Empfang beim ersten Bürger der Stadt, Oberbürgermeister Joachim Erwin. Und anschließend ein opulentes Mal mit geladenen Gästen. Wie es damals bei Herrschers üblich war, blieb das Volk zunächst außen vor. Während Otto Normalbürger von den amtlichen Stadtführern auf Jan Wellems Spuren durch die Altstadt gelotst wurde, durften die geladenen Gäste schon einmal die für die Nacht der Museen im Rathaus aufgebaute Videoinstallation bestaunen, die an Hand vergrößerter Lithografien die Pracht der alten Gemäldegalerie zu neuem Leben erweckte. Gekommen war eine kulturlastige Gästeschar: Drei Generationen Kulturdezernenten waren darunter - von Bernd Dieckmann über Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff bis zu Hans-Georg Lohe - sowie zahlreiche Kulturpolitiker. Gefreut haben dürfte den barocken Kurfürsten auf seiner Wolke auch, dass sein Nach-Nachfahr aus einer entfernten Seitenlinie, der Herzog Franz von Bayern, zum Geburtstagsfest von der Isar an den Rhein gereist war. „Ich fühle mich Johann Wilhelm sehr verbunden, schließlich haben wir ihm unsere Gemäldesammlung zu verdanken“, gestand der amtierende Chef des Hauses Wittelsbach der WZ. „Und ich liebe die Kunst genauso wie er. Das liegt wohl in den Genen.“ Diese Begeisterung führte den bayerischen Herzog übrigens schon häufiger in die Residenzstadt seines Vor-Vorfahren. „Es ist bewundernswert, was Düsseldorf in schönstem Jan-Wellemschen Sammeleifer an zeitgenössischer Kunst zusammengetragen hat. Damit hat sich die Stadt ihre ganz Deutschland bedeutsame Position zurückerobert“, sagt er in Anspielung auf den Abtransport von Jan Wellems bedeutender Gemäldesammlung nach München. Ab Januar 2009 gibt es in München eine große Schau der Jan-Wellem-Sammlung.WZ INFO• DOKUMENTIERT: DAS LEBEN JAN WELLEMS AUSSTELLUNG In St. Andreas zeigen die Dominikaner bis 30. November eine Ausstellung über das Leben Johann Wilhelms. Ergänzt wird sie durch ausgewählte Objekte aus dem Kirchenschatz. Später soll eine Dauerausstellung folgen. KATALOG Zur Ausstellung hat der Grupello-Verlag einen reich bebilderten Katalog herausgebracht. Der Beschreibung des Kirchenschatzes vorangestellt ist ein Abriss über die Geschichte der Pfalz-Neuburger. Er ist für 29,90 Euro zu erstehen. / Hier bekommen Sie weitere Informationen über die Publikation „St. Andreas. Die Hofkirche und ihre Schätze“.
Kölner Kirchenzeitung vom 25.4.2008
Bildzeile: Erzbischof Joachim Kardinal Meisner feierte den Gottesdienst zum 350. Geburtstag von Kurfürst Jan Weilern in der ehemaligen Hofkirche St. Andreas. (Foto: RM) „Ständig am Gottesreich bauen“DÜSSELDORF. Den Fest-Gottesdienst zum 350. Geburtstag von Jan Wellem, 1658 in Düsseldorf zur Welt gekommen, zelebrierte Erzbischof Kardinal Joachim Meisner in des Fürsten ehemaliger Hofkirche St. Andreas. In seiner Predigt wies der Erzbischof darauf hin, dass Papst Benedikt XVI. auf den Tag genau vor drei Jahren zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt worden war: „Wer hätte vor 350 Jahren gewusst oder geahnt, dass 347 Jahre später wieder ein Bajuware zu einem hohen Ansehen und einer hohen Aufgabe erwählt werden würde?“ Kardinal Meisner: „Der Düsseldorfer Kurfürst Jan Wellem gehörte wie sein Kölner Amtsbruder zum Geschlecht der Wittelsbacher.“ Scherzhaft nannte der Erzbischof Düsseldorf und Köln deshalb „Zwillingsschwestern, davon merkt man ja auch heute noch einiges“. Er bezeichnete Jan Wellem als „frommen, gottergebenen Menschen neben seiner Stellung als Landesfürst, der mitten in den damals auseinanderdriftenden religiösen und weltlichen Tendenzen stand“. Christen seien zur Zeit Jan Wellems wie auch heute „dazu berufen, ständig am zukünftigen Menschenreich und Gottesreich mitzubauen, hier steht unser Kurfürst als eine normative Gestalt“. In seiner Biografie sei zwar „eine große Verschwendungssucht nicht zu übersehen, aber damit entsprach der Kurfürst dem zeittypischen Fürstenbild eines absoluten Herrschers“. Der Kardinal: „Vieles könnte man heute differenziert betrachten, aber es wäre ein schwerer historischer Fehler, wenn wir das Damals nach unserem Jetzt beurteilen würden.“ Mit Jan Wellem werde kein Heiliger verehrt, sondern „ein liebenswürdiger Fürst, der Düsseldorf viel Gutes getan und sich bemüht hat, als Christ redlich in seiner Welt zu leben“. RM
„St. Andreas. Die Hofkirche und ihre Schätze“Hier bekommen Sie weitere Informationen über die Publikation! |