Festmesse und Ausstellungseröffnung

RP vom 21.4.2008

Geburtstagsfest für Jan Wellem

Mit einer Festmesse in St. Andreas und einem Empfang im Rathaus feierte Düsseldorf am Samstag den Geburtstag des Kurfürsten Johann Wilhelm II.
Mit dabei: Joachim Kardinal Meisner und Herzog Franz von Bayern.
VON WOLFGANG BERNEY UND ALEXANDRA VAN DER VELDEN

/ Hier bekommen Sie weitere Informationen über die Publikation „St. Andreas. Die Hofkirche und ihre Schätze“. /

Wenn Düsseldorf den 350. Geburtstag von Kurfürst Johann Wilhelm II. von Pfalz-Neuburg - genannt Jan Weilern - feiert, kommen ganz besondere Gäste. Einer von ihnen: Joachim Kardinal Meisner. Er feierte am vergangenen Samstag in der ehemaligen Hofkirche St. Andreas in der Altstadt eine morgendliche Festmesse. Und so viele wollten mitfeiern, dass es in der schönsten Barockkirche Düsseldorfs, in der auch das Grabmal des immer noch populären Kurfürsten aufbewahrt wird, an diesem Morgen kaum noch Stehplätze gab.

„Wie Jan Wellen bin ich ein begeisterter Kunstsammler“

„“ Oberbürgermeister Joachim Erwin und Ehefrau Hille begrüßten unter den Festgästen in der Kirche und anschließend im Rathaus beim Empfang auch Herzog Franz von Bayern. Der heutige Chef des Hauses Wittelsbach ist sozusagen ein Erbe des Kurfürsten Jan Wellen. Und er ist ihm, wie er im Gespräch mit der RP gerne zugab, zumindest in einem Punkt sehr ähnlich: „Wie Jan Wellen bin ich ein begeisterter Kunstsammler.“ Schon deshalb komme er regelmäßig nach Düsseldorf, in eine Stadt, die künstlerisch und kulturell in den vergangenen Jahrzehnten enorm aufgeblüht sei. Bei seinen Besuchen in der Stadt am Rhein ist Franz von Bayern meist auch bei Gabriele Henkel eingeladen. „Wir sind sehr gut befreundet“, sagte die Kunstprofessorin, in deren Regie der Blumenschmuck in der Andreaskirche zur Festmesse gestaltet wurde.
Der Kardinal wies in seiner Rede darauf hin, dass Johann-Wilhelm Düsseldorf zu einer bedeutenden Residenz gemacht und mit seiner Gemäldesammlung auch den Grundstein zur heutigen Stadt der Kunst gelegt habe. Über den Kurfürsten als Christen sagte Meisner: „Er war gewiss keine Heiliger, aber ein frommer, gottergebener Mensch.“ Und der Geistliche fuhr fort: „Zwar ist seine große Verschwendungssucht nicht zu übersehen. Aber sie entsprach dem damals zeittypischen Fürstenbild. Er hat den Düsseldorfern jedenfalls stets die Treue gehalten und ihnen kulturell und sozial vieles gegeben. Und in seinen Untertanen respektierte er die Kinder Gottes.“

Der Kurfürst, so Meisner, gehöre sicherlich zu den Menschen, die damals wie heute die Welt zum Besseren verändern: „Seine Landesordnung war ein Spiegel der Zehn Gebote.“ Der Chor der ehemaligen Hofkirche und des Görres Gymnasiums gestaltete die Festmesse musikalisch. Im Anschluss eröffnete OB Erwin in der Kirche eine neue Ausstellung: „Kurfürst Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg und die Schatzstücke der Hofkirche St. Andreas.“ Zu dieser Kirche hatte Jan Wellem stets eine besondere Beziehung. Als er von einer „Kavaliersreise“ nach Düsseldorf zurückkehrte, führte ihn sein Weg zuerst in die Hofkirche, wo ein Dankgottesdienst für die glückliche Rückkehr gefeiert wurde.
Den prominenten Gästen aus Bayern und Köln überreichte Erwin im Rathaus das Jan-Weilern-Siegel, bevor sich die Geburtstagsgäste im Gewölbekeller des Rathauses zum Festessen setzten. Eine Einladung der Stadt, die auch im Sinne Jan Wellems gewesen wäre, wie Kardinal Meißner betonte: „Kirche und Küche müssen sich immer die Waage halten.“

Bildzeilen:Zum Jan-Wellem-Geburtstag kam Besuch aus Köln: Joachim Kardinal Meisner feierte in St. Andreas die Messe zu Ehren Jan-Wellems, der am 19. April 1658 im Düsseldorfer Schloss geboren wurde.

Beim Empfang im Rathaus: Der Kardinal im Gespräch mit Universitäts-Rektor Alfons Labisch.

RP INFO Jan-Wellem-Jahr 2008

Mit rund 80 Terminen regiert Kurfürst Jan Weilern den Veranstaltungskalender der Stadt. Ein Programmheft gibt einen Überblick über alle Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Vorträge, die Düsseldorf im Jan-Wellem-Jahr bietet. Die 50-seitige Broschüre ist ab sofort kostenfrei in den Museen und Kulturinstituten erhältlich. Sie liegt auch in Ämtern, Büchereien, Theatern, Kinos, Kneipen und Restaurants aus.


 

„St. Andreas. Die Hofkirche und ihre Schätze“

Hier bekommen Sie weitere Informationen über die Publikation!