Katalog der KostbarkeitenRP vom 18.4.2008 |

Der wiederentdeckte SchatzZum 350. Geburtstag von Jan Wellem zeigt die ehemalige Hofkirche St. Andreas Kostbarkeiten aus den ehemals verschlossenen Tresoren. Das Mausoleum ist restauriert. Zur Ausstellung gibt es ein informatives Buch.VON MICHAEL BROCKERHOFF
Tradition erforschtDiese Tradition ist in den vergangenen Jahren bei der Aufarbeitung der Schätze der Andreaskirche, die der Jan Weilern wie schon seinen Vorfahren als Hofkirche diente und in deren Mausoleum er auch seine Grabstätte hat, näher beleuchtet worden. Die etwa ein Meter hohen silbernen Heiligenfiguren zum Beispiel verdanken ihr Entstehen der Neigung Jan Wellems, „in schwierigen Situationen ein Gelübde abzulegen“, erzählt Kunsthistorikerin Inge Zacher. So habe er einen Altar für die Hofkirche versprochen, wenn Düsseldorf im spanischen Erbfolgekrieg vor der Zerstörung bewahrt werde. Als die französischen Belagerer dann abzogen, gab er den Altar in Auftrag. Angefertigt wurden aber erst nur die Figuren, der Altar ließ auf sich warten, weil Jan Weilern wie so oft unter Geldmangel litt. Geschichte erzählen beispielsweise auch die Sarkophage im restaurierten Mausoleum. Sie geben Zeugnis der über Europa verteilt leben Verwandtschaft. Eine Art Bilderstammbaum in der Ausstellung unterstreicht den europäischen Einfluss. Geschichte erzählen auch die Messgewänder, die teilweise aus den Brautkleidern der Fürstinnen gearbeitet wurden. So führt die Ausstellung in die Vorstellungen und Lebensweisen in der Barockzeit ein. Alle Schätze und Forschungsarbeiten sind zusammengefasst in dem vorzüglichen Buch zur Ausstellung, das im Grupello Verlag erschienen ist. Es zeichnet zudem ein differenziertes Bild von der Familie der Pfalz-Neuburger und vom Herrscher Jan Weilern. (St. Andreas, die Hofkirche und ihre Schätze, 256 Seiten, 29,90 Euro) Die Feiern
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