Padres in altem Prunk
In St. Andreas lagern Schätze aus der Zeit Jan Wellems, darunter edle Priestergewänder. Alles wird nun restauriert.
Von Alexander Schulte
Als einstige Hofkirche der Pfalz-Neuburger Herzöge und Kurfürsten besitzt St. Andreas in der Altstadt reiche Kirchenschätze. Und alte - stammen sie doch zum Teil aus dem 17. Jahrhundert. Edles liturgisches Gerät, darunter sechs 1,20 Meter hohe Silberstatuen, und rund 70 feinste liturgische Priestergewänder, die so genannten Paramenten, überstanden alle Kriege und Plünderungen.
Allerdings hat der Zahn der Zeit an einigen Teilen kräftig genagt. Seit zwei Jahren sichtet die Textilwissenschaftlerin Birgit de Boer mit ein paar ehrenamtlichen Helferinnen den Bestand, katalogisiert und ordnet ihn kunsthistorisch ein. Elisabeth Gallus und Ingeborg Rasper, zwei geschickte Handarbeiterinnen, begeben sich einmal wöchentlich an die Restaurierung einiger Stücke. Ein besonders schönes goldenes Ornat vom Ende des 19. Jahrhunderts war völlig verschlissen, das Innennatter zerrissen, die handgestickten Figuren der Heiligen Andreas, Ursula und Suitbertus angegriffen. „Es war schon schwierig, ein Ersatzfutter aus unbehan-delter Naturfaser aufzutreiben, fündig wurden wir irgendwann im Stilwerk", sagt de Boer. Mittlerweile haben die Schneiderinnen zwei „Kapellen" auf Vordermann gebracht, die aus je vier Gewändern, Stolen und Schutzhüllen bestehen. Andere Paramenten, darunter eines aus der Zeit von Jan Weilern, restaurieren professionelle Werkstätten.
Das ganze kostet nicht nur viel Mühe, sondern natürlich auch Geld. Ohne Spenden des Heimatvereins „Düsseldorfer Weiter" (5600 Euro) und der NRW-Stiftung wäre da nichts gegangen. Die Dominikaner an St. Andreas bemühen sich um die Schätze aber nicht allein aus musealen Gründen, um sie in Zukunft in einer Art Schatzkammer der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sondern gleichsam auch aus eigener Eitelkeit: Denn zu besonderen Feiern in der Kirche werden die „Padres" die alten Gewänder auch tragen. Letzte Woche zum Beispiel beim Dominikus-Fest zu Ehren ihres Ordensgründers. Oder am 8. Juni, wenn der Todestag Jan Wellems, dessen Grab ja bekanntlich in der Andreas-Kirche liegt, begangen wird
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