Presse
NRZ vom 14.06.2005

Zehn Kirchen auf einem Blatt

Praktische Ökumene: Sieben katholische und drei evangelische Kirchen in der City stellen sich auf einem übersichtlichen und informativem „Flyer".

Von Alexander Schulte

Was Baukunst und geschichtliche Bedeutung betrifft, kommt in der Innenstadt so schnell nichts an die zehn Kirchen heran. Dennoch gab es bislang nichts, was sie in prägnanter Form vor allem Touristen näher brachte. Dem Mangel sind nun evangelische Stadtkirche und die katholische „Kirche in der City" in ökumenischer Eintracht begegnet - mit einem gut gemachten Flyer zu den Innenstadtkirchen.

Das farbige Faltblatt, Auflage: 20 000, beinhaltet einen Straßenplan der Innenstadt sowie ein Kurzporträt der sieben katholischen (Andreas, Franziskaner, Kreuzherren, Lambertus, Max, Mariä Empfängnis und St. Josefskapelle) und drei evangelischen (Berger, Johannes, Neander) Kirchen. „Vor über einem Jahr haben wir uns auf das Projekt geeinigt", sagt Annette Klinke von der Jonnnneskirche am Martin-Luther-Platz: „Wir werden zum Beispiel von Touristen oder Ortsfremden oft für eine katholische Kirche gehalten, weil wir den ganzen Tag über geöffnet sind." Aufklären, erklären, informieren - das ist auch Dominikanerpater Antonin von der City-Pastoral wichtig: „Wenn große Messen in der Stadt sind, werden wir immer wieder gefragt: 'Wo in der Altstadt liegt welche Kirche, wann ist wo Gottesdienst?'" Deshalb sind auf den Flyern neben den Adressen und Telefonnummern auch alle Gottesdienste beziehungsweise Heilige Messe-Zeiten aufgeführt. Und auf der Doppel-Rückseite findet sich ein knapper Abriss der Düsseldorfer (Innenstadt-) Kirchengcschichte, verfasst in Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch. Ein Beitrag gegen die Düsseldorfer „Geschichtsvergessenheit" ist das für Pater Antonin - mit politischen Spuren vom späten Mittelalter über Reformation und Gegenreformation, wie sie sich etwa in der Bauzeit von St. Andreas und Neanderkirche im 17. Jahrhundert wiederfinden. „Zur Vertiefung wird es auch thematische Führungen geben, etwa 'Die Spuren der Reformation' oder zur Präsenz des Künstlers Ewald Mataré in Lambertus oder Andreas", kündigt der Dominikaner an.

Wie gesagt, in erster Linie sind die Basisinformationen für Nicht-Düsseldorfer Kircheninteressierte gedacht. Aber auch manch echtem Düsseldorfer dürfte ein Blick hinein nicht schaden: Dass etwa Jan Wellem in der Andreaskirche im Mausoleum hinter dem Hochaltar begraben liegt, weiß längst nicht jeder. Genauso wenig, dass die älteste evangelische Kirche (1684) nach Joachim Neander, dem Verfasser des berühmten Kirchenliedes „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" benannt ist.

Den Info-Flyer gibt es in den zehn Innenstadtkirchen und in allen Informationszentren für Touristen.