Presse
NRZ vom 14.06.2005

Nach der Messe in die Messe

KIRCHENFÜHRER / Zum ersten Mal gibt es einen ökumenischen Wegweiser zu den Düsseldorfe] Innenstadtkirchen. Gleichzeitig werden „Führungen entlang der Kunst" geplant.

JO ACHIM GESCHKE

Als Kurfürst Jan Weilern nach seinem Amtsantritt 1679 die evangelische Kirche offiziell tolerierte, bestimmte er zugleich, dass Neubauten der Reformierten nur in Höfen errichtet werden durften. Deshalb steht die Berger Kirche von 1687 noch heute etwas versteckt in der Altstadt, und auch die Neanderkirche (1684) ist von der Straße weg nach hinten gerückt. Einige katholische Kirchen in der Innenstadt, wie die Andreaskirche (1629), haben dagegen ihre Wurzeln in der Gegenreformation. Nachzulesen sind die Geschichten der Kirchen jetzt in einem ökumenischen Faltblatt „Innenstadtkirchen in Düsseldorf, das in Gemeinden und städtischen Tourismusbüros ausliegt.

Katholische und evangelische Pfarreien haben darin Informationen zusammengetragen, „die vor allem Touristen und Messebesuchern dienen soll," sagt Dominikaner-Pater Antonin Walter.

Im Faltblatt mit Stadtplan, Fotos der Bauwerke, Gottesdienstzeiten und nützlichen Telefonnummern sind sieben katholische und drei evangelische Kirchen zwischen Immermannstraße und Rheinufer beschrieben.

Spaziergang in die Historie

„Vor allem zu Messezeiten hatten wir sehr viele Besucher, auch ausländische, die nach Führungen gefragt haben," berichtet Pater Antonin von der Andreaskirche - deshalb enthalte das Faltblatt ebenfalls einen kleinen historischen Abriss in Englisch, Französisch und Niederländisch. Auch in die „Innenstadt-Kirche" , der Johannes-Kirche am Martin-Luther-Platz, kommen tagsüber viele Gäste aus anderen Städten, bestätigt Annette Klinke.

Durch die Beschreibungen der Historie wird allerdings auch deutlich, dass einige Kirchen eindeutige Schwerpunkte setzen - so die evangelische Neander- und die katholische Maxkirche, die für ihre Konzerte bekannt sind.

Pater Antonin kann sich künftig auch vorstellen, „Führungen entlang der Kunst in den Kirchen zu organisieren" - etwa passend zur laufenden Ausstellung der Akademie-Galerie über Ewald Mataré, der 1960 auch den Altar in St. Andreas schuf.