„Sammle meine Tränen in einem Krug“
Nacht der Trauer und des Trostes 2003

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Texte 2003


Erinnern

  • Weißt du noch?
  • Es war so schön mit dir!
  • Bei euch habe ich mich geborgen gefühlt.
  • Wie wunderbar du lachen konntest!

Manchmal tun Erinnerungen weh. Wir möchten am liebsten gar nicht an sie denken: an unsere Toten, an Menschen, die wir verloren haben, ...

Solches Verdrängen macht uns krank. Und ärmer. Denn gute und schlechte Zeiten gehören zu unserem Leben und zu unseren Beziehungen.

    

Wir laden Sie ein, sich an Ihren geliebten Menschen zu erinnern.

Schreiben Sie den Namen in den Sand, malen Sie Herzen darum, wischen Sie ihn wieder aus.

Sie können den Namen auch auf einem Stück Papier mitnehmen und bei Ihrer Runde durch die Kirche immer wieder einmal anschauen.


Verletzt, zornig, enttäuscht

  • Du hast mich allein gelassen.
  • Wie konntest du mir das antun!
  • Ich will das nicht!

Meistens sind wir nicht nur traurig über den Verlust eines geliebten Menschen, sondern ganz tief drinnen auch zornig. Wütend auf die Ärzte, die versagt haben, den Geliebten, der "einfach so" verschwunden ist, vielleicht auch auf Gott.

    

Auch Jesus kannte das Gefühl, verlassen worden zu sein.

Wir haben deshalb ein Kreuz mit Nägeln gestaltet. Sie können Ihren Zorn und Schmerz auf Papier festhalten und am Kreuz festnageln.

Ihre Verletzung darf sichtbar werden - und ist doch getragen.


Abschied

  • Auf einmal warst du weg.
  • Es fällt mir so schwer, dich gehen zu lassen ...
  • Danke für alles, was du uns gegeben hast!
  • Wir wollten euch noch so viel sagen ...

Oft trifft uns der Verlust eines Menschen ganz plötzlich, und die vielen ungesagten Worte bleiben uns buchstäblich im Halse stecken.

Die Trennung ist nicht umkehrbar. Kann so ein Schnitt je heil werden?

    

Schreiben Sie Ihrem geliebten Menschen einen Abschiedsbrief. Notieren Sie all das, was Sie so gern noch persönlich gesagt hätten.

Sie können den Brief in den Krug legen - niemand wird ihn lesen, aber er wird aufgehoben sein in den Gottesdiensten dieses Monats.

Fällt Ihnen das Schreiben schwer? Vielleicht kann Ihnen der Wurzel-stock helfen. Berühren Sie ihn ... Kann aus so viel Tod noch einmal Leben werden?


Über uns hinaus

  • Kann jemand begreifen, was ich durchmache?
  • So viel Tod auf der Welt!
  • Wer denkt an all die Namenlosen?
  • Ich kann nicht beten; betet jemand für mich?

Der Verlust eines geliebten Menschen macht einsam. Oft ziehen wir uns von der ganzen Welt zurück, weil "uns ja doch niemand versteht." Dabei kennen Tausende überall auf der Welt das Gefühl von Trauer und Einsamkeit.

    

Im Angesicht Gottes, vor dem Allerheiligsten, laden wir Sie ein, solidarisch zu sein und sich zu erinnern: An die Vergessenen, Verschwundenen, Ermordeten.

An alle, die keine Hoffnung mehr haben.

Vielleicht möchten Sie für sie ein Licht leuchten lassen?

Tragen Sie Ihre Sorgen, Ihre Wünsche ins Fürbittbuch ein.


Loslassen

  • Ich kann dich nicht festhalten ...
  • Hoffentlich geht es dir gut, wo auch immer du bist ...
  • Ich will dich gehen lassen, aber nicht vergessen.

Oft halten wir krampfhaft fest, was wir schon längst verloren haben. Zum Tod gehört auch, dass wir den geliebten Menschen loslassen und in Gottes Hände geben können.

    

Weihrauchkörnchen auf feuriger Glut duften. Ihr Duft gehört zum Fest in der Kirche.

Legen Sie ein, zwei Körnchen auf die Kohle, schauen und schnuppern Sie dem aufsteigenden Rauch nach. Er kann Ihnen Symbol sein:

Ihr geliebter Mensch geht nicht ins Leere.

Und: Von ihm bleibt Gutes zurück.


Trost

  • Worte, nichts als Worte!
  • Trost gibt mir, dass ...
  • Ich bin nicht allein mit meinen Erfahrungen.

Noch so schöne Phrasen sind ein schlechter Trost. Aber oft können gute Worte Trauernde auf gute Gedanken bringen.

Wir haben Texte und Gedichte gesammelt - vielleicht finden Sie, was Sie jetzt brauchen?

      

Bleiben

  • Ich möchte zur Ruhe kommen.
  • Ob mich jemand aushält?
  • Hier ist Platz für uns ...

Hier im Mausoleum haben die Mitglieder der kurfürstlichen Familie schon vor Jahrhunderten ihre Letzte Ruhe gefunden.

Auch wir brauchen Ruhe und Stille, um uns zu erinnern, um zu trauern und Trost zu erfahren.

    

Hier im Mausoleum müssen Sie nichts tun.

Setzen Sie sich einfach zu den Toten dazu.

Eine Ikone und Kerzenlicht laden Sie ein, ruhig zu werden, vielleicht auch zu beten.

Nehmen Sie sich Zeit für sich.

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