Die Bibliothek

des Düsseldorfer Dominikanerkonventes

Zur Geschichte unserer Konventsbibliothek

Die Bibliothek des Düsseldorfer Dominikanerklosters ist die älteste und - neben der Provinzbibliothek in Walberberg (ab 2007 in Köln) - zugleich die größte Konventsbibliothek der deutschen Dominikanerprovinz Teutonia. Nach dem Verlust der in Jahrhunderten gewachsenen Klosterbibliotheken in der Säkularisation galt es für die 1895 neugegründete Ordensprovinz der Dominikaner, einen Ersatz zu schaffen und insbesondere Zeugnisse der früheren Provinz, ihrer Konvente und Fratres zu sammeln. Dem Kloster in Düsseldorf kam dabei eine besondere Bedeutung zu, da es seit 1897 als von Rom anerkanntes studium generale (Generalstudium) der philosophischen und theologischen Ausbildung des Ordensnachwuchses diente.

Ursprünglich umfasste die Düsseldorfer Klosterbibliothek drei unterschiedliche Bestände: neben der eigentlichen Konventsbibliothek für die in Düsseldorf lebenden, wissenschaftlich wie pastoral arbeitenden Mitbrüder richtete Pater Paulus von Loë OP Ende des 19. Jahrhunderts eine sogenannte Thomas-Bibliothek ein, die 1919 bereits etwa 10.000 Bände, vorwiegend mittelalterliche Handschriften und Frühdrucke, umfasste. Zur Anschaffung dieser wertvollen Bestände bestimmte von Loë vor seiner feierlichen Profeß in seinem Testament, dass das ihm zustehende väterliche Erbe zur Gründung und Erhaltung dieser Thomas-Bibliothek verwendet werden sollte. Sie wurde 1934 zusammen mit der Verlegung des Generalstudiums von Düsseldorf nach Walberberg dorthin überführt. Im selben Jahr zog auch eine Sammlung von wissenschaftlichen Zeitschriften, die dem Leiter des Generalstudiums unterstand, von Düsseldorf nach Walberberg um. Die in Düsseldorf verbliebene Konventsbibliothek kann seitdem zwar keine Sammlung mittelalterlicher Inkunabeln mehr aufweisen, aber sie gehört auch weiterhin zu den bedeutendsten dominikanischen Bibliotheken im deutschen Sprachraum, wie schon der gedruckte Katalog von 1908 anschaulich belegt.

Nachdem im Sommer 1941 die Konvente in Köln und Walberberg „staatlich sichergestellt“, d. h. beschlagnahmt wurden, waren die Düsseldorfer Dominikaner in Sorge, dass auch sie bald ihr Kloster an der Herzogstraße verlassen und damit die Konventsbibliothek der Gestapo überlassen müssten. Deshalb versuchte der damalige Prior, Pater Placidus M. Wehbrink OP, die Bücher in Privathäusern zu verstecken. Kleinere Teile der Bibliothek wurden bei Bekannten des Klosters in Derendorf untergebracht; ein Großteil der Bestände überstand das „Dritte Reich“ und die Bombennächte des Zweiten Weltkriegs unbeschadet auf einem Speicher der Familie Döring, die einen Metzgerbetrieb in der Altstadt hatte.

Heute umfasst die Bibliothek - auch dank der langjährigen Leitung durch Pater Fidelis Schmeltzer - rund 50.000 Bände. Ihr Schwerpunkt liegt in den Fachbereichen Theologie, Philosophie und Soziologie, aber auch auf den Gebieten Geschichte, Literatur und Kunstgeschichte. Seit dem Tod von Pater Willehad P. Eckert OP im Januar 2005 wird seine Büchersammlung in die Bestände der Bibliothek integriert; die Katalogisierung seines umfangreichen Nachlasses wird aber vermutlich noch Jahre in Anspruch nehmen.

Elias H. Füllenbach OP