| Seit 1992 unter Mitwirkung von fr. Emmanuel Renz OP und fr. Wolfgang Sieffert OP die Altstadt-Armenküche entstand, unterstützt
das Dominikanerkloster dieses Werk. Vereinsvorsitzende
sind seit der Gründung Klaus Buschmann, Mitglied des Kirchenvorstands von St. Andreas, und P. Wolfgang. |

Wie die Altstadt-Armenküche
entstand
Menschen in Bedrängnis beizustehen oder einem Hungrigen an der
Pforte das klassische Butterbrot zu schmieren: Klöster hatten von
jeher die Aufgabe, für Arme zu sorgen. Während aber heute die
Zahl der akut Not leidenden Menschen bei uns steigt, sinkt die Zahl der
Ordensleute, die für unkomplizierte Hilfe zur Verfügung stehen.
Ein Problem, dem sich Ursulinen, Töchter vom Hl. Kreuz, Vinzentinerinnen
und Dominikaner in Düsseldorfs Altstadt stellen wollten. Heraus kam
1992 ein Experiment: die Altstadt-Armenküche. Zunächst in Räumen
der Ursulinen, später direkt hinter Düsseldorfs ehrwürdigem
Rathaus am Burgplatz entstand für Obdachlose und Arme ein kleiner
Raum der Menschlichkeit und "nahrhafter Zuwendung".
Ohne Nicht-Ordensleute aber hätte das Experiment gar nicht starten
können. Von Anfang an stellte sich eine Gruppe von etwa zehn Personen
für Kochen, Austeilen und Gespräche zur Verfügung. Mittendrin
die Vinzentinerin Sr. Bonosa, als menschlicher und fachlicher Mittelpunkt.
Sie und die Ursulin Sr. Ignatia waren die vielen Wohnungslosen bereits
bekannten, geliebt-geachteten Bezugspersonen. Gerechnet wurde mit 20 bis
35 Personen, die sonst täglich an den Klosterpforten in der Altstadt
klingelten und von nun an bei den Ursulinen in der Ritterstraße ein
wohlschmeckendes Essen im Warmen, in einer guten Atmosphäre, erhalten
sollten.
Erste Entwicklung (1992-93)
Anfang September 1992 ging es los. Kein Mensch hatte damit gerechnet,
daß die Zahl der Gäste binnen weniger Monate auf bis zu 60 Personen
steigen würde. Niemand ahnte aber auch, wie wohl sich die Menschen
in der Armenküche fühlten und wie gut ihnen das kräftige
Essen schmeckte. So wurde es schnell ein richtiger kleiner Betrieb, in
dem insgesamt fast zwanzig ehrenamtlich Mitarbeitende für die täglichen
Mahlzeiten mit einem Hauch Familienatmosphäre sorgten. Diese Frauen
und Männer, die zusammen mit den Ordensschwestern das Herz der Armenküche
bildeten, wurden über Mundpropaganda vor allem in den Altstadtpfarreien
gefunden.
Daneben entstand das Problem der Finanzierung. Obwohl es anfangs weder
Lohn- noch Mietkosten gab, mußten doch beträchtliche Mengen
Lebensmittel gekauft werden. Mitwirkende und Ordensleute gründeten
daher Ende 1992 den als gemeinnützig und mildtätig anerkannten
eingetragenen Verein "Altstadt-Armenküche e.V.", an dem sich auch
Personen aus den drei Pfarreien in der Altstadt beteiligten. Vorsitzende
wurden der Konditormeister Klaus Buschmann und der Dominikaner Wolfgang
Sieffert. Der Verein sorgt bis heute dafür, daß die Armenküche
unabhängig ist von jeglichen öffentlichen und kirchlichen Zuschüssen.
Die Finanzierung der Armenküche erfolgte von Anfang an ausschließlich
durch private Spenden. Viele Privatpersonen, vor allem aus den GottesdienstbesucherInnen
der Altstadt und anderer Gemeinden, übernehmen durch ihre kleinen
und größeren Spenden Mitverantwortung.
Herausforderungen (1993)
Am Anfang ging alles unerwartet gut. Dann entstand Schlag auf Schlag
eine existenzbedrohende Situation.
Zunächst wurde deutlich, wie schwer es ist, Räumlichkeiten
zu finden, in denen die Armenküche dauerhaft beheimatet sein kann.
Bei den Ursulinen, das war von Anfang an klar, war nur eine provisorische
Bleibe möglich. Als die dort genutzten Räume wieder anderer Bestimmung
übergeben werden mußten, schien es lange bange Wochen unmöglich,
in der Innenstadt einen neuen Ort zu finden. Mit Glück und gemeinsamen
Anstrengungen gelang es dann überraschend doch: die Stadt stellte
drei kleine Büroräume zur Verfügung; winzig zwar, doch optimal
gelegen. Nach einigem Verhandeln wurde ein für die Armenküche
mietkostenfreier Vertrag geschlossen. Doch mußten wir das Geld für
Umbauten und die Einrichtung einer leistungsfähigen kleinen Küche
selber aufbringen. Diese Kosten wurden zunächst auf ca. 250.000,-
DM geschätzt, Planungs- und Umbauzeit auf ca. 6 Monate. Durch tatkräftige
Mithilfe von PfadfinderInnen, diverse Eigenleistungen von Ehrenamtlichen
und Entgegenkommen von Firmen konnte letztlich binnen zehn Wochen alles
für etwa 118.000,- DM erledigt werden. Der Umzug konnte pünktlich
zum 1. August 1993 stattfinden, dem Termin, ab dem im Ursulinenkloster
die bisherigen Räume für die St.-Ursula-Schule gebraucht wurden.
Zwar mußte in den ersten Tagen in den noch nicht ganz fertiggestellten
Räumen kräftig improvisiert werden. Doch obwohl es viele für
unmöglich hielten, all die großen Schwierigkeiten zu bewältigen:
es hatte geklappt! Das dafür benötigte Geld war allerdings zunächst
noch nicht vorhanden. Dank mancher großzügigen Spende und einer
einmaligen großen Summe der Düsseldorfer Rotarier wurde diese
Zitterpartie letztlich überstanden, und Ende 1993 war der Umbau der
„neuen“ Armen-küche bezahlt.
Während noch unklar war, ob wir neue Räume finden würden,
hatte die Armenküche einen Verlust erlitten, der uns noch viel schlimmer
traf und die Weiterexistenz der Armenküche ernstlich in Frage stellte.
Die Mitgründerin und Leiterin Sr. Bonosa Schumacher wurde schwer krank.
Nach langen Monaten schwerer Krankheit, in denen sie kaum noch in der Armenküche
sein konnte, ist sie 1994 gestorben. Trotz der Auslegung der Altstadt-Armenküche
als Ehrenamtlichenprojekt war uns inzwischen aber längst klar geworden,
daß es ausschließlich mit Ehrenamtlichen nicht geht. Die Küche
benötigte eine Person, die mehr oder weniger täglich anwesend
ist, die Hauptverantwortung trägt, Ansprechpartnerin für die
Ehrenamtlichen ist und für Beständigkeit und die Einhaltung der
Regeln sorgt. Dennoch ging der Küchenbetrieb zunächst auch ohne
eine solche Person weiter: unter z.T. ganz erheblichen Belastungen für
einige Mitwirkende, von denen gesagt werden kann, daß sie die Armenküche
in dieser Zeit gerettet haben. Auf Dauer wäre es so nicht weitergegangen.
Das zu lösende Problem war ein doppeltes: erstens eine geeignete Person
für die Leitung zu finden - und zweitens, sie zu bezahlen. Sr. Bonosa
war von ihrer Ordensgemeinschaft freigestellt worden. Eine andere Person
aus einem Orden war nicht zu finden. Eine geeignete Nachfolgerin für
Sr. Bonosa mußte ja auch sowohl in den Bereich Kochen und Organisation
wie im Kontakt mit Ehrenamtlichen und Gästen zurecht kommen.
Schließlich fanden wir Frau Johanna Lochner und sie uns. Frau Lochner
begann im Juli 1993 ihre Arbeit als Leiterin der Armenküche mit hohem
Einsatz. Es ist fast ein Wunder zu nennen, daß sie trotz der hohen
Anforderungen in ihre Aufgabe hineinwuchs und heute die Armenküche
prima zusammen- und am Laufen hält. Die neue Verpflichtung, jetzt
eine 30-Stunden-Stelle bezahlen zu müssen, war den Verantwortlichen
des Vereins zu Beginn eine große Sorge. Es scheint uns beinahe wie
ein zweites kleines Wunder, daß dank vieler Spenderinnen und Spender
Frau Lochner für ihre Arbeit bisher auch immer pünktlich ein
Gehalt gezahlt werden konnte ...
Mitten in der Altstadt (seit
1994)
Umzug ins Rathaus
So wurden die beiden bisher größten Bedrohungen, die unglücklicherweise
auch noch zeitgleich kamen, überwunden. Obwohl zwischenzeitlich ernsthaft
überlegt wurde, das so hoffnungsvoll begonnene Experiment aufzugeben
- mit einem weiter gewachsenen Kreis von Mitwirkenden, der neuen Leiterin
und den zwar kleinen, aber hellen und zweckmäßig eingerichteten
neuen Räumen konnte die Armenküche voll Hoffnung in eine neue
Phase hineingehen.
Nicht mehr am Rand der Altstadt, sondern mittendrin liegt nun die Armenküche.
Vielleicht wegen der bestmöglichen Lage, sicher aber auch wegen der
steigenden Zahl bedürftiger Menschen, mußten immer mehr Mahlzeiten
zubereitet werden. In den ersten Jahren war die Altstadt-Armenküche
an den Sonntagen geschlossen. Inzwischen werden an jedem Wochentag zwischen
80 und 145 Essen ausgegeben. Durchschnittlich sind es ca. 120 Personen
am Tag, die zu uns kommen. In unseren kleinen Räumen ist diese große
Zahl gerade noch zu bewältigen. Unsere Gäste verteilen sich auf
mehrere Stunden Essensausgabe, denn der Speiseraum faßt nur 16 Personen.
Jede "Schicht" kann in Ruhe und soviel essen, wie die einzelnen wünschen.
Es gibt Eintöpfe oder einfache Gerichte wie Spaghetti Bolognese, Heringsstipp
oder Reis mit Putenleberragout, manchmal dazu einen Salat und hinterher
einen Nachtisch. Im Rahmen unserer Möglichkeiten achten wir auf gesunde
Ernährung und versuchen auch frisches Obst anzubieten. Außerdem
können unsere Gäste beliebig viel Brot essen und auch mitnehmen.
Hat eine Gruppe ihre Mahlzeit beendet, werden die Tische gesäubert
und neu eingedeckt, bevor die nächste eintritt. Zwar entstehen dadurch
leider Wartegruppen vor unserer Tür, doch die jeweils überschaubaren
Gruppen sind die Grundbedingung für eine angenehme Atmosphäre.
Die Zeit, in der wir ein Essen garantieren, ist seit Jahren auf 12h30 bis
14h30 festgelegt. Meist beginnt die erste Gruppe aber schon früher
mit dem Essen und nicht selten wird es später als halb drei, bis alle
Wartenden gesättigt sind.
Die Besucherinnen und Besucher der Armenküche sind zum großen
Teil klassisch Wohnungslose, daneben aber auch Personen, die anders in
Not geraten sind. Einige wenige sind schlicht arm und nicht in der Lage,
sich selbst Essen zu kochen. Die weitaus meisten Gäste sind Männer,
darunter kaum sehr alte, weil meist früh stirbt, wer auf der Straße
leben muß. Aber es gibt daneben genauso Frauen, manchmal sogar mit
Kindern, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Auch Jugendliche kommen
von der Straße zu uns, manchmal sind es fast noch Kinder. Immer wieder
kommt es vor, daß wir Gästen unserer Küche akut notwendige
medizinische Hilfe geben oder vermitteln müssen.
Die teils körperlich schwere Arbeit wird nach wie vor zum allergrößten
Teil von Ehrenamtlichen geleistet. Ihrem Einsatz verdankt die Armenküche
am meisten. Dabei sind die Talente unterschiedlich verteilt. Während
die einen kräftiger anpacken können, sind andere uneinholbar
schnell im Kartoffelschälen. Während einige einen guten Blick
für Organisatorisches haben, fällt anderen der spontane Kontakt
zu unseren Gästen leichter. Die Armenküche ist stolz darauf,
daß die Atmosphäre in ihren Räumen in aller Regel sehr
gut, menschlich und ruhig ist. Obwohl aufgrund der räumlichen Beengtheit
und der großen Zahl der Kontakt mit unseren Gästen nicht immer
so intensiv sein kann, wie wir das wünschten, gibt es doch manches
Gespräch und manches aufmunternde Wort. Für viele unserer BesucherInnen
ist dieser alltägliche Kontakt eine wichtige Station in ihrem oft
recht einsamen Alltag. Das "Danke" oder "Alles Gute!" beim Hinausgehen
kommt jedenfalls spürbar von Herzen. Grundlage dafür ist wohl,
daß die Ehrenamtlichen sich selber wohl fühlen. Bei allem Einsatz
und aller Arbeit gibt es auch unter ihnen viele gute Gespräche, und
jeden Tag nehmen sie sich die Zeit für ein gemütliches zweites
Frühstück, wenn das vorbereitete Essen in den Kesseln kocht.
Daneben treffen sich die Mitwirkenden hin und wieder zu einer Besprechung
und vor allem auch zum Feiern, Plaudern, zu einem Gottesdienst und zum
alljährlichen Ausflug. Wichtig ist uns, daß auch die Grenzen
der Ehrenamtlichen sorgfältig berücksichtigt werden: niemandem
tut es gut, wenn Überforderung stattfinden würde. Alle sollen
das, was sie tun, gerne tun.
Notwendige Ergänzung:
Sozialarbeit
Trotz - oder wegen? - des großen Einsatzes aller Beteiligten
spürten wir schon lange, daß es eigentlich nötig wäre,
eine weitere Person zu haben, die sich mit der nötigen Sachkenntnis
um die immer wiederkehrenden Nöte der Gäste kümmert. Für
unsere Mitwirkenden ist es oft belastend, bedrückende Geschichten
immer wieder anzuhören, aber kaum oder gar nicht weiterhelfen zu können.
So sind wir froh, daß seit April 1994 Frau Marion Gather als Sozialarbeiterin
mit einer Teilzeitstelle in der Armenküche mitarbeitet. Sie ist da
für Gespräche, Hilfe bei Ämterkontakten, Wohnungssuche usw.
Frau Gather tut das in fachlicher Kooperation mit anderen Trägern,
so daß die Armenküche auf ihrem Gebiet nicht isoliert neben
anderen Einrichtungen arbeitet. Es gibt zwar leider für sie keinen
eigenen Raum als Büro oder für Gespräche, doch ist Frau
Gather trotz aller Enge und Improvisation mit vollem Einsatz dabei. Zu
ihren Aufgaben gehört auch Öffentlichkeitsarbeit in Gesprächen,
Vorträgen und Predigten. Außerdem ist sie für die Ehrenamtlichen
Ansprechpartnerin u.a. für fachliche Fragen.
Schließlich hat die Armenküche im Oktober 1994 noch eine
weitere Teilzeitkraft eingestellt. Herr Christian Piel ist Stellvertreter
der Leiterin und vor allem wichtig an deren freien Tagen und in der Urlaubszeit.
Er bewältigt auch schwerere Arbeit und garantiert die Sauberkeit unserer
Räume. Seine freundliche und zupackende Art ist ein großer Gewinn.
Diese beiden weiteren Arbeitskräfte einzustellen, hat sich für
eine dauerhafte Arbeit als unumgänglich erwiesen. Die jetzige Personalausstattung
als ausreichende Basis für das alltägliche Geschehen am Burgplatz
3.
Ohne die Großzügigkeit vieler, vieler Menschen wäre
das aber überhaupt nicht möglich gewesen!
Doch trotz allen Wachsens: die Armenküche möchte kein „großes
Ding“ sein, auch nicht für alle Nöte zuständig werden. Sie
bleibt ein Baustein für die Ärmsten in Düsseldorf, will
zunächst einmal für ein Mittagessen sorgen und in anderen Dingen,
wo immer nötig, dorthin begleiten, wo entsprechende Hilfsangebote
existieren.
Lobby für
Arme
Die Armenküche mischt sich sozialpolitisch
ein
Neben der Sorge für das unmittelbare leibliche Wohl, die viele
andere Probleme der armen Menschen offen läßt, setzt die Armenküche
sich aber auch öffentlich und in bestehenden Kontakten für die
Rechte und Interessen Obdachloser und Bedürftiger ein. Wir versuchen
im Rahmen unserer Kräfte Einspruch zu erheben, wenn wir inhumane Politik
registrieren oder wenn Arme verdrängt werden sollen. Die Armenküche
will Lobby sein für die, die nicht oder nur schwer für ihre Angelegenheiten
kämpfen können. Uns geht es um das Recht der Armen auf Leben
in unserer reichen Gesellschaft.
In den vergangenen Jahren hat die Armenküche immer dort ihre Stimme
erhoben, wo es für die Ärmsten wichtig war: gegen Übergriffe,
für eine sinnvolle Weiterentwicklung des Hilfesystems, für die
Rechte der Ärmsten, gegen ihre Vertreibung aus der Innenstadt und
dem öffentlichen Raum.
Verein und Hauptamtliche in der Armenküche sorgen sich aber nicht
ausschließlich um die täglichen Essen am Burgplatz. Wir kümmern
uns auch um die Belange der Obdachlosen im Kontakt mit städtischen
Stellen und Medien. Wir setzen uns gegen eine Verdrängung der Armen
aus unserer Innenstadt und für ein gutes Miteinander der Menschen
ein, halten deswegen Kontakt zu Verwaltung, Politik und Verbänden
und mischen uns ein.
Seit 1995 unterstützt die Armenküche mit ihrer Rücklage
ein Wohnprojekt zur Wiedereingliederung von Langzeit-Wohnungslosen, das
von den Armen Franziskanerbrüdern getragen wird.
Ebenfalls 1995 standen wir bei der Gründung des Obdachlosenmagazins
„fifty-fifty“ hilfreich zur Seite; seitdem wird ein großer Teil der
Auflage in der Armenküche an die VerkäuferInnen weitergegeben.
Seit 1995 nehmen Frau Lochner und Frau Gather teil an Vernetzungstreffen
ähnlicher Projekte in anderen Städten, z.B. mit Suppenküchen
aus Dortmund und Köln.
1995/96 haben Frau Gather und P. Wolfgang entscheidend beigetragen
zur Gründung der Medizinischen Hilfe für Wohnungslose Düsseldorf
e.V., die ein niedrigschwelliges Angebot in die oft erschreckend schlechte
gesundheitliche Situation Obdachloser aufbaut und so das bestehende Gesundheitssystem
um einen notwendigen Baustein ergänzt. Die beiden machten auf die
Situation aufmerksam, suchten KooperationspartnerInnen und gründeten
einen eigenen Verein für die mobile medizinische Hilfe. Frau Gather
kümmert sich mit um den HelferInnenkreis und das sozialarbeiterische
Element. Nachdem zunächst ein Jahr lang nur mittwochsabend in einem
Bus des Gesundheitsamtes medizinische Betreuung möglich war, konnte
Anfang 1997 dank unserer Mithilfe dieses qualifizierte Projekt mit einem
eigenen Bus (den die Armenküche aus ihren Rücklagen vorfinanziert
hat) und zwei medizinischen ABM-Stellen auf das notwendige Maß ausgedehnt
werden.
1996 hat sich unter Mitwirkung der Altstadt-Armenküche aus den
Kontakten zu verschiedenen Gruppen der „Initiativkreis Armut in Düsseldorf“
gegründet, der sich lokalpolitisch einsetzt für eine humane Politik
und die Bekämpfung von Armut(sursachen) und Wohnungslosigkeit.
1997 war die Altstadt-Armenküche beteiligt an der Düsseldorfer
Armutskonferenz, war Mitorganistator von Fachgesprächen des Initiativkreises
Armut im ZAKK und hat Punks bei der Gründung eines Vereins unterstützt,
der ein eigenständiges Wohnprojekt geschaffen hat.
Zu ihrem fünfjährigen Bestehen hat die Armenküche durch
eine Ausstellung und Vorträge auf die Situation armer Menschen aufmerksam
gemacht.
Seit 1997 veranstalten wir "Kultur für Wohnungslose" und ein jährliches
„Open air - Essen für Arm und Reich“, setzen so Zeichen dafür,
daß Arme als Gleichberechtigte in unsere Stadt gehören.
1999/2000 beteiligte sich die Armenküche an den Aktionen der Ökumenischen
Erklärung "Gemeinsam für Respekt vor Wohnungslosen und Süchtigen",
die sich vor allem gegen grundlose Verteibung Armer aus der Innenstadt
richteten.
Im Mai 2000 wurde eine Forderung des Initiativkreis Armut umgesetzt:
in der Altstadt begann ein Projekt, in dem sich Straßensozialarbeit
mit Ansprechbarkeit für im Stadtteil Wohnende u.a.m. verbindet: aXept!
- Altstadt-Streetwork und Zusammenarbeit. Der Altstadt-Armenküche
e.V. trägt dieses vollständig von der Stadt finanzierte Projekt.
Im Hintergrund:
der Verein
Träger der Armenküche ist der zahlenmäßig kleine
Verein, der mit möglichst wenig Aufwand die nötige solide Basis
bildet. Kassenprüfer, Gericht und Finanzamt kontrollieren Finanzen
und Organisation. Seit 1993 haben wir die dauerhafte Anerkennung als gemeinnützig
und mildtätig, so daß wir Spendenquittungen ausstellen können.
Viele, viele kleine und größere Spenden von Privatpersonen
bilden die wichtigste Grundlage unserer Finanzierung. Neben den regelmäßigen
Beiträgen der beteiligten Ordensgemeinschaften gibt es eine Reihe
von Gemeinden und kirchlichen Verbänden, die mit z.T. nicht unerheblichen
Einzelspenden helfen. Hin und wieder kommen großzügige Einzelaktionen
dazu, z.B. bei Geburtstagen, Kollekten bei besonderen Gottesdiensten oder
auch schon bei einer Karnevalssitzung.
Außerdem erhalten wir viele Lebensmittelspenden: eine Bäckerei
schenkt soviel Brot, wie wir brauchen, eine Frau bringt uns wöchentlich
Spenden der Großmarkthändler, einen Teil der Kartoffeln schenkt
uns ein Bauer ...
Eine weitere Finanzquelle sind unsere Gäste selbst, die wir um
eine Spende von 50 Cent bitten. Natürlich wird niemand weggeschickt,
der diese Spende nicht dabeihat, aber immerhin kommen bei über 40.000
Essen im Jahr doch etwa 12.500,- € zusammen.
Finanzielle
Unterstützung
Nach wie vor lebt die Armenküche auschließlich von Geldspenden.
Mehrere tausend kleine und größere freie Spenden pro Jahr sind
die Basis der Armenküche. Wir haben keine andere Einnahmequelle! Einzahlungsscheine
liegen z.B. in der Andreaskirche und an der Klosterpforte aus. Diese Vordrucke
zu benutzen, erspart uns viel Arbeit; denn ihre Belegdurchschrift wird
bis 50,- € vom Finanzamt als Spendenquittung akzeptiert.
Bankverbindung: Altstadt-Armenküche e.V.; Konto
Nr. 140 109 53
bei Stadtsparkasse Düsseldorf, BLZ 300 501 10.
Für Spenden über 50,- € übersenden wir automatisch
eine Spendenbescheinigung, wenn Name und Adresse angegeben wurden. Jährlich
erhalten wir etwa 4.000 einzelne Spenden, daher werden Spendenbescheinigungen
aus organisatorischen Gründen nur ca. alle sechs Wochen erstellt und
zugeschickt. Die Buchführung macht dankenswerterweise das Steuerbüro
Hendricks, das auch für Rückfragen zur Verfügung steht (Tel.
0211/55 48 20).
Mitarbeit
in der Armenküche
Noch mehr als Geld benötigt die Armenküche praktische Mitarbeit
bei Küchenarbeit und Essensausgabe. Die Küchenarbeit beginnt
ca. 9.30 und endet gegen 16.00 Uhr.
Manche Ehrenamtliche sind jeweils einen halben Tag anwesend und lösen
sich mittags ab. Auch wenn jemand z.B. nur alle zwei Wochen helfen kann,
ist sie oder er herzlich gern gesehen. Bitte wenden Sie sich dazu an Frau
Lochner, Herrn Piel oder Frau Gather!
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Spenden
Altstadt-Armenküche e.V.
Konto Nr. 140 109 53
bei Stadtsparkasse Düsseldorf
BLZ 300 501 10
Adressen
& Kontakt
Armenküche am Burgplatz
Leitung: Johanna Lochner, Christian Piel, Swantje Poschmann
Burgplatz 3, 40213 Düsseldorf, Tel. 0211/3237780
Email: armenkueche.duesseldorf@gmx.de
Sozialarbeit
Marion Gather
Tel. 0211/3237662 + Fax 0211/8800198
Vereinsadresse
Altstadt-Armenküche e.V.
c/o P. Wolfgang Sieffert OP
Andreasstr. 27, 40213 Düsseldorf
Tel. 0211/13634-17; Fax -30
Email: PaterWolfgang@gmx.de
Initiativkreis Armut in Düsseldorf
c/o Holger Kirchhöfer
Burgplatz 3, 40213 Düsseldorf
Tel. 0211/8549324; Fax 0211/8800198
Email: ikarmut@gmx.de
(Autor: Wolfgang Sieffert OP) |
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