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Lebenslauf
Geboren bin ich am 19. Februar 1929, genau in der Mitte zwischen den beiden Weltkriegen, in Breslau, Mein Taufname ist Wolfgang Johannes. Der Vater, Dr. Fritz Kliem, war Mathematiklehrer. Er und seine Frau Käthe Kliem, geb. Depène, hatten 1929 schon drei Kinder, zwei weitere wurden 1931 und 1933 geboren. Trotz des Krieges verlief das Leben der Familie im Osten Deutschlands ohne ganz schlimme Einwirkungen dieses Krieges, von Luftangriffen blieben wir fast ganz verschont. Meine Schule, sie hatte einen eindeutig naturwissenschaftlichen Schwerpunkt und sollte uns trotz des Krieges zum Abitur und zum Studium bringen, - mein Vater unterrichtete in ihr -, wurde noch im Februar 1945 nach Württemberg verlegt, was nicht ohne lange Fußmärsche durch jenen sehr kalten Winter ging. Ende April, beim Herannahen der Westfront, machte sie sich noch einmal auf den Weg, diesmal in östlicher Richtung, und bei der Ankunft der Amerikaner wurde sie aufgelöst, Wir landeten im bayerischen Allgäu. Der Vater starb dort, drei Tage vor dem Waffenstillstand. Ich musste einige Monate warten, bis ein Kontakt mit der Familie möglich wurde, und fast ein ganzes Jahr, bis die nun vaterlose Familie im Nordwesten Deutschlands wieder zusammen war.
Nach dem Abitur 1947 begann ich in Münster/Westfalen das Theologiestudium für die dortige Diözese. Die Bindung an eine Region, eine fremde zumal, schreckte mich aber ab. Inzwischen trat der Dominikanerorden in mein Blickfeld, sei es durch bedeutende Prediger und die Methoden der Ausbildung von Predigern, sei es durch richtungweisende wissenschaftliche Arbeiten von Dozenten der ordenseigenen Hochschule. Im Herbst 1950 kam der Wechsel in das Noviziat der Dominikaner.
Nach dem Abschluss des theologischen Studiums und der Priesterweihe (1955) kam der Auftrag, in der Hochschule an der Ausbildung der Fratres mitzuarbeiten, und zwar in den Fächern Sprecherziehung und Homiletik (Predigtkunde). Ein anderer Schwerpunkt wurde das benachbarte Gebiet des Gesanges und der Liturgie. Darüber hinaus – es waren inzwischen die Sechzigerjahre – ergaben sich viele Aufgaben im Bereich von Kommunikation und Medien, weit über die Grenzen des Ordens hinaus, so dass es auch nach dem bedauerlichen Aufhören der eigenen Hochschule an interessanten Aufgaben nicht fehlte. Ein Höhepunkt war sicher der Auftrag als Generalsekretär des Generalkapitels der Dominikaner 1980 in Walberberg, zu dem sich die Repräsentanten des ganzen Ordens trafen. Einige Jahre in Rom, S. Sabina, später zwölf Jahre in Ungarn als Helfer für die dortigen Dominikaner, die nach der Zeit des Sozialismus viel interne Aufbauarbeit zu leisten hatten, rundeten alles ab. Mit inzwischen über achtzig Jahren, aber bei zufriedenstellender Gesundheit, bin ich nun Mitglied der Kommunität in Düsseldorf und kann hier nach Kräften mitwirken.
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