Polnische Holzfiguren
12.12.2005 - 19.02.2006

Ausstellung

von Polnischen Holzfiguren

Privatsammlung

vom 12. Dezember 2005 bis 19. Februar 2006

Zur Eröffnung der Ausstellung am

Montag, den 12. Dezember, um 15 Uhr

in den Fürstenlogen der ehemaligen Hofkirche St. Andreas sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen.

Es sprechen:

P. Antonin Walter OP
Dr. Wieland Koenig

Es singt:

Chor Polonia 1898 Düsseldorf e.V.

Eine Ausstellung der Offenen Kirche
der Dominikaner
in Kooperation mit dem
Polnischen Institut Düsseldorf

ZUR AUSSTELLUNG

Im Mausoleum der ehemaligen Hofkirche St. Andreas ist eine polnische Königstochter begraben.
Mit vielen Programmen pflegt die Offene Kirche der Dominikaner Kontakte mit Polen: Konzerte, Lesungen, Ausstellungen etc., wobei das Polnische Institut in Düsseldorf und die segensreiche Tätigkeit der polnischen Schwestern im hiesigen St. Anna-Stift eine besondere Rolle spielen.
Diese jetzige Ausstellung knüpft an das so farbenfrohe Erntdankfest am 2.10.2005 an, das in prägender Weise von Polen, besonders der Folkloregruppe Klekociaki aus Ostpolen mitgestaltet wurde. Die Gruppe zeigte in ihrem Stand auch ländliche Holzarbeiten.
Die jetzt gezeigten Figuren sind Teil einer Düsseldorfer Privatsammlung, die seit Anfang der 1970er Jahre bei häufigen Besuchen in ganz Polen zusammengetragen wurde. Erstanden wurden die Werke direkt bei den Schnitzern: Bauern, Rentnern, Arbeitern - in oft sehr einfachen Verhältnissen lebend - ohne künstlerische Ausbildung, oder bei mehr oder weniger ausgebildeten Bildhauern oder in Spezialgalerien, besonders in Warschau und Breslau. Das die Exponate Verbindende ist ihr Material: Holz und ihr erzählerischer Gehalt, der häufig der Tradition, der Religion entspringt. Andachtsbilder wie "Christus im Elend" oder "Pieten" sind besonders beliebt. Sie sind Hilfe für den Betrachter, eigenes Leid zu ertragen. Das waren sie schon seit ihrer Bildfindung in den Schreckensjahren des 14. Jahrhunderts .
Der Mensch steht im Spiel zwischen Himmel und Hölle, Engel und Teufel. Darum zeigt die erste Vitrine mit Exponaten aus dem ländlichen Leben auf einem Birkenast einen Bauern, dem der Teufel im Genick sitzt, - weiter oben ein kleiner Engel, auf seine Chance wartend. Dieses Motiv nehmen die beiden größeren Figuren neben der Vitrine auf, der gar nicht so fröhlich aussehende Engel und der farbenfrohe Teufel, der im alten Landglauben nicht nur das Böse verkörpert, sondern auch manchmal der Natur, besonders den Tieren hilft.
Die weiteren Vitrinen zeigen folgende Themen: Bauernhochzeit oder was "der Teufel aus einem liebend Weib" macht. Altes Testament: Adam und Eva, Noah, Jonas, Moses, David. Weihnachten. Flucht. Erziehung. Predigt: Guter Hirte, Passion. Auferstehung. Heilige und Märtyrer: so Kolbe, Popieluszko, Petrus, Papst und Bischöfe.
Die Holzschnitzkunst in Polen hat natürlich eine Jahrhunderte alte Tradition. Sie wurde aber nach 1945 besonders belebt. Es entwickelten sich Zentren wie z.B. nordöstlich von Krakau in Paszyn, wo der Priester Edward Nitka Initiator und Förderer der zumeist bitterarmen, oft behinderten Frauen und Männer bis zu seinem Tod 1981 wurde. Ihre Schnitzwerke werden zum Teil der "Naiven polnischen Kunst" zugerechnet. Besondere Beachtung fanden die Werke bei Journalisten und Sammlern wie z.B. bei Ludwig Zimmerer, der eine der wichtigsten Sammlungen zusammentrug.
In Düsseldorf gibt es einige reiche Kollektionen, in der Umgebung sind besonders das Clemens Sels-Museum (unter seiner damaligen Direktorin Dr. Irmgard Feldhaus wurde die Sammlung aufgebaut) und das Nikolaus-Kloster zu nennen, das die Sammlung von Pater Franz Konrad beherbergt.


Tadeusz Adamski (2004): Weihnachten

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